Immer mehr Spionage-Tools auf Kinderseiten

Eine aktuelle Untersuchung des Wall Street Journal kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Webseiten für Kinder eine höhere Gefährdung für die Privatsphäre darstellen als Erwachsenen Seiten. Bei der Untersuchung hat man auf 50 meistbesuchten Web-Destinations für Kinder werberelevante Tracking-Technologien eingesetzt und diese mit 50 populären Erwachsenenseiten verglichen. Das Ergebnis ist, dass bei Webseiten für Kinder fast 30 Prozent mehr „digitale Spione“ installiert werden als bei Webseiten für Erwachsene.

Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten, sieht dieses Ergebnis nicht als Überraschung. Werbetreibende sehen in Kindern eine sehr wichtige Zielgruppe. Kinder nehmen Werbebotschaften viel leichter auf als Erwachsene. Kinder beeinflussen auch bei Kaufentscheidungen. Daher ist es wichtig, dass Tracking Technologien verstärkt bei ihnen eingesetzt werden.

Ein Großteil der versteckten Tracking-Tools, die auf Kinder Webseiten zu finden sind, lesen Geschmack, Vorlieben und spezifische Interessen der Kinder heraus. Diese Informationen können an Werbevermarkter weitergegeben werden. Diese können dann den Usern gezielte Werbung liefern. Negativ ist jedoch, dass in manchen Fällen auch intimere Daten wie die Religionszugehörigkeit ausspioniert werden.

Laut Zeger ist es mittlerweile Gang und Gebe so zu spionieren.
Mittlerweile gäbe es riesige Firmennetzwerke die nur darauf spezialisiert sind aus User-Daten Kapital zu schlagen. Zwar stecken die Tracking-Tools noch in den Kinderschuhen, doch einige große Unternehmen verdienen damit schon richtig viel Geld.

Daten- und Jugendschützer in den USA schlagen nun lautstark Protest gegen diese Datensammlung der Werbe-und Internetindustrie. Die US-amerikanische Bundeshandelskommission Federal Trade Commission denkt nun schon darüber nach ob spezifische Gesetzt eingeführt werden müssen damit dieser Spionage ein Riegel vorgeschoben werden kann.

Zeger glaubt jedoch nicht, dass ein einzelnes Gesetz die Lösung ist. Man muss das gesamte Tracking Phänomen rechtlich aufgreifen.

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